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Immer öfter Umsteigen: Kappung länderübergreifender Regionalzüge gefährdet Verkehrsverlagerung auf die Schiene
Thüringen muss mit umliegenden Ländern Regionalexpress-Konzept abstimmen
Zur zum Fahrplanwechsel erfolgten Kappung der Regionalbahnlinie Eisenach – Leipzig (RB 20) in Naumburg und weiteren drohenden Verschlechterungen im Regionalverkehr erklärt der Fahrgastverband PRO BAHN Thüringen:
"Mit großer Sorge sehen wir die zum Fahrplanwechsel erfolgte Kappung der bisher umsteigefreien Verbindung Eisenach – Leipzig. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, bei der immer mehr umsteigefreie überregionale Verbindungen unterbrochen werden.
Bereits 2023 wurden die Regionalexpress(RE)-Linie Nürnberg – Leipzig in Saalfeld unterbrochen und die RE-Linie Jena - Halle eingestellt. Mit dem aktuellen Fahrplanwechsel wurde neben der Brechung der RB 20 Eisenach – Leipzig auch die umsteigefreie RE-Verbindung Erfurt - Kassel aufgegeben. In den nächsten Jahren drohen weitere Kappungen: Aktuelle Ausschreibungen des Landes sehen die Brechung der heute noch umsteigefreien RE-Verbindungen Göttingen – Glauchau und Erfurt – Würzburg vor. Auf diesen Strecken, die nach der Wende noch als "Musterstrecken im Schienenpersonennahverkehr" mit erheblichem Aufwand für Neigetechnik ausgebaut wurden, müssen Fahrgäste künftig durch Umstiege und langsamere Fahrzeiten mit teils signifikanten Verschlechterungen rechnen.
Hinsichtlich Reisegeschwindigkeit und Umsteigefreiheit zeichnet sich im Regionalverkehr damit eine Rückwärtsentwicklung ab, die dem Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, entgegenläuft. Sie ist doppelt schädlich, weil sie mit dem Rückzug des Fernverkehrs aus der Fläche zusammenfällt. Gerade dort, wo der Fernverkehr sich zurückgezogen hat, müsste der Regionalverkehr ausgebaut, beschleunigt und gestärkt werden – statt ausgedünnt, verlangsamt und in immer kürzere Linienabschnitte zerschnitten zu werden.
Der Fahrgastverband PRO BAHN Thüringen erwartet vom Land Thüringen fokussierte und nachhaltige Bemühungen, umsteigefreie, länderübergreifende Regionalverbindungen zu erhalten, zu beschleunigen und auszubauen, statt sie zurückzufahren. Dies gilt insbesondere auf den Strecken, auf denen der Regionalverkehr die Aufgaben des Fernverkehrs übernehmen muss. Im Interesse der Fahrgäste muss dies die Richtschnur für den nächsten Nahverkehrsplan des Landes sein, der 2028 in Kraft tritt. Hier braucht es klare politische Prioritäten, eine entsprechende Ausgestaltung der Verkehrsverträge und eine aktive Rolle des Landes in der Abstimmung mit den Nachbarländern und deren Aufgabenträgern."
Über den Fahrgastverband PRO BAHN
Der Fahrgastverband PRO BAHN ist ein Verbraucherverband, der bundesweit die Fahrgäste aller öffentlichen Verkehrsmittel vertritt. Er ist Gründungsmitglied der Allianz pro Schiene und des Europäischen Fahrgastverbandes sowie Mitglied der Verbraucherzentrale Bundesverband. 2017 wurde der Fahrgastverband PRO BAHN mit dem Bundespreis Verbraucherschutz ausgezeichnet. Der Fahrgastverband PRO BAHN arbeitet ehrenamtlich im Interesse der Fahrgäste. Die Mitglieder "erfahren" tagtäglichen öffentlichen Verkehr (ÖV) auf Schiene und Straße. Aus diesen Erfahrungen heraus lobt und kritisiert der Verband Akteure und Unternehmen des öffentlichen Verkehrs, erstellt Konzepte, ist in offiziellen Landes-, Bundes- und Europa-Gremien aktiv, sensibilisiert und berät Politiker in Angelegenheiten des öffentlichen Verkehrs, beeinflusst die öffentliche Diskussion durch sachliche Aufklärung über Hintergründe, hält Vorträge und Seminare sowie Fahrgastsprechstunden und Automatenschulungen u.v.a.m. Detaillierte Informationen finden Sie unter www.pro-bahn.de
Rückfragen bitte an Olaf Behr, Vorsitzender, Tel.: 0172-7986520, o.behr@thueringen.pro-bahn.de oder Henning Eggers, stellvertretender Vorsitzender, presse@pro-bahn-thueringen.de
v.i.S.d.P.: Henning Eggers